Los geht's, mit unserem Lieblingskahnfährmann Ulrich von WOLFF KAHNFAHRTEN in den spätsommerlichen Hochwald bei Neu Zauche.
Frischer Kaffee, selbstgebackener Kuchen, ruhiges schönes Wetter & Freunde neben sich, dazu eine langsame Fahrt durch Wald & vorbei an Wiesen...was kann es Schöneres geben?
Besonders schön ist in diesem Gebiet nicht nur die Ruhe, sondern auch die Urtümlichkeit, die bewachsenen Ufer, überragende Bäume, kaum weitere Touristen & einfach die noch intensiver zu erlebende Natur, als in den Bereichen um Schlepzig oder Lehde. Hier ist man wirklich Eins mit dem Spreewald & kann dessen Schönheit jeden Meter geniessen.
Auf diesem Foto sieht man schon Bereiche des nachwachsenden neuen Waldes, der nun nicht mehr nur aus Schwarzerlen besteht, sondern aus vielen verschiedenen Gehölzarten wie Esche, Ulme, Eiche, einigen Birken, aber natürlich auch viele Erlen.
Da wir auch besonderen Wert auf die ursprünglichen Bewirtschaftungsformen, auf die Historie des Spreewaldes legen & dafür in unseren Reihen auch einige Personen haben, die mit ihrem Wissen darüber viele andere Spreewälder in die Schranken verweisen könnten, haben wir auch bei dieser Kahnfahrt einige historische Aufnahmen dabei.
Hier zeigt sich das Forsthaus Schützenhaus in vollkommen freiem Umfeld. Schollen für den Ackerbau, aber auch bereits erste Aufforstungen zeigen, dass die Veränderung dieses Gebietes kurz
bevorsteht.
Besondere Aufmerksamkeit sollte auf die Sandhäufungen neben den Fließen gelegt werden, zeigen diese doch, dass hier noch ein sandig, kiesiges Sediment den Grundstein in den Gewässern für eine hohe Artenvielfalt von Mollusken & Fischen legte. Heute sind die meisten Gewässer durch hohe Nährstofffrachten belastet. Faulschlämme bedecken den Grund der Fließe & ersticken jegliches Leben dort. Wo früher periodisch & ohne Staugürtel Hochwasser & schnelle Strömungen die Sedimente mit sich nahmen, steht heute das Wasser lange Zeiten, bzw. fließt aufgrund der Verbeiterung der Gräben kaum noch. Im Ergebnis lagert sich das von den Bäumen fallende Laub direkt am Grund ab & ist Grundstein der Faulschlammbildung.
Auch die Kannomühle stand viel freier, war umgeben von artenreichen Mähwiesen & bot einer großen Artenanzahl von Insekten, Vögeln, Reptilien & Amphibien idealen Lebensraum.
Eine vielfältige Nutzung in Intervallen, ohne massiven Einsatz von Großtechnik, stellt für die meisten Arten einen perfekten nutzbaren Biotopverbund dar, den es heute kaum mehr gibt.
In heutiger Zeit sind alle Flächen in gleichartiger Nutzung. Alle Wiesen werden gemeinschaftlich & gleichzeitig gemäht, Wälder stehen bis zur Erntereife & werden dann nur noch in
homogener Einheit entnommen, Kahlschläge regelrecht verteufelt, obwohl genau diese Nutzungsformen eine Biotopstruktur darstellen, die für viele Arten elementar sind.
Auf dem Foto springen die vielen Heuschober als erstes ins Auge. Wer schon einmal nur einen einzigen Heuschober gebaut hat, weiß wie arbeitsintensiv so etwas ist. Damals war es Lebensgrundlage für das Vieh im Winter & musste gemacht werden.
Totholz, überhängende ins Wasser ragende Vegetation...hier gibt es viele Möglichkeiten für die Fischbrut & Libellenlarven, für Krebse & natürlich auch den Eisvogel. In vielen Gräben & Fließen im Spreewald gibt es solche Strukturen gar nicht mehr. Penibel werden alle Strukturen aus den Gewässern geborgen, "sauber" muss selbst das Ufer sein, typische Vegetation oder hereinragende Gehölze sind nicht mehr erwünscht.
All das geht zu Lasten der Lebewesen in & an den Gewässern, denn genau auf diese Strukturelemente für die Fortpflanzung, als Versteck oder zur Aufnahme von Nahrung sind sie angewiesen.
Ein bisschen Spaß muss auch sein...
Arnulf beim Waldbaden. Angeblich ein neuer Trend, den wir auf jeden Fall nicht mitmachen müssen. :-)
Das Foto dient nur zur Anschauung.
Für alle Skeptiker & Kritiker (Bürgerinitiative):
Hier waren große Bereiche der Erlenbestände abgestorben & schon jetzt stehen hier massiv neue junge Bäume. ÜBERALL! Obwohl das angeblich nur Buschland bleibt & keine Bäume mehr von alleine aufwachsen.
Auch hier stehen neue Bäume. Aber nicht nur Bäume haben nun durch die Lichtstellung neuen Platz zum Aufwachsen finden können, sondern auch viele krautige Pflanzen, wie im Vordergrund links, der Wasserdost, eine im Spreewald sehr wichtige & äußerst ergiebige Nektarpflanze.
Ein weiteres eindrückliches Foto von einer der noch vor wenigen Jahren komplett kahlen Fläche. Überall neue Jungbäume, aus überwiegend Ulme, Schwarzerle & Esche. Hier entsteht gerade ein artenreicher & extrem stabiler Laubwald, der von Anbeginn an alle Widrigkeiten zu spüren bekommt & damit auch in Zukunft gewappnet ist, gegen hohe Wasserstände, gegen niedrige Wasserstände & natürlich auch Resistenzen gegen die Erlenphytophthora beginnt aufzuweisen.
Wer hier immer noch der Meinung ist, mit viel Aufwand & für viel Geld Bäume künstlich pflanzen zu müssen, hat nicht viel verstanden von den vorherigen Prozessen, die zum flächenhaften Absterben der monotonen Schwarzerlenbestände geführt haben.
Neue Bäume & Kräuter wohin das Auge schaut. Wo zuvor Dunkelheit & Einheit im monotonen Erlenhochwald herrschte, explodiert gerade das Leben. Wer hier Anfang Mai entlang fährt, bemerkt sofort die unglaubliche Vielfalt von Singvögeln, während es im Hochwald regelrecht beängstigend still ist.
Wer es nicht glaubt...tut es einfach! Macht eine Kahnfahrt durch die Flächen im Frühjahr (Ende April/Anfang Mai) & spitzt die Ohren. Der Unterschied ist derartig markant, dass er nicht zu übersehen/-hören ist.
Wir werden auch weiterhin alljährlich die zu unrecht als tot oder wertlos bezeichneten Flächen befahren & uns selbst ein Bild machen. Schon jetzt ist klar, dass die getätigten Aussagen zur Nutzlosigkeit, zur dauerhaften Baumfreiheit & zur Wertlosigkeit in Hinblick auf die Attraktivität für den Tourismus durch die Bürgerinitiative keine 3 Jahre standgehalten haben & unplausibel sind.
Der Wald wächst nach & das sehr massiv & vielfältig.
Für Touristen stellt genau diese Neubewaldung ein interessantes Themenfeld dar.
Die Artenvielfalt der Flora & Fauna ist im Moment deutlich höher als jene in den vorherigen Beständen.
Kurzum....die neuen Zonen sind ein echter Gewinn für den Spreewald & das in jeglicher Hinsicht.
Fotos & Text © Sebastian Fuchs

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