Am Anfang gab es nur ein riesiges Loch in der Wand, einen großen Kasten & eine Idee, dass man das beides zusammenfügen & ein Ganzes daraus machen könnte.
Aus dieser Idee haben mein guter Freund Mathias & ich in 2 Tagen ein schönes Artenschutzprojekt gemacht, welches sogar bereits innerhalb weniger Tage nach der Installation erste Erfolge verbuchen konnte.
Das Schöne ist, dass die Reservatsverwaltung von Anfang an keine Einwände gegen den Vorschlag hatte & auf unkomplizierte & einfache Art & Weise, den Weg geebnet hat, um einen Einbau zu ermöglichen. DANKE dafür an alle Beteiligten, besonders an Ines Rüffreck & Alexander Hoschke.
Auf diesen Fotos sieht man, dass es bereits vor längerer Zeit gefiederte Gäste auf dem Dachstuhl gab. Die Hinterlassenschaften könnten von einer Schleiereule stammen, einer wunderschönen aber gleichzeitig auch seltenen Eulenart, für welche diese Großraumnistkästen eigentlich prioritär gedacht sind.
Besonders kompliziert war die Konstruktion der Schalung, die das große Mauerloch im Dachstuhl auskleidet & gleichzeitig massiv verankert sein muss, um den knapp 25 kg schweren voluminösen
Kasten zu halten & auch keine Fugen oder Spalten zu hinterlassen, durch die Kaltluft auf den Dachboden gelangt. Oft muss man dabei auch um die Ecken denken & Dinge im Voraus beachten, die
später nicht mehr umsetzbar sind, z.B. den Tunnel, welcher Kasten & Schalung verbindet, das Einflugsportal was außen an der Schalung sitzt & natürlich auch die Verschraubung von allem
mit- & untereinander.
Ich bin stets froh, wenn ich für diese schwierigen Unterfangen meinen versierten Helfer & Freund dabei habe. Als Dachdeckermeister ist er im Umgang mit solchen Dingen deutlich geübter als ich
& hat alles an Werkzeug, was benötigt wird.
Hier arbeiten wir an der Kreisverschalung, nachdem wir zuvor einige Schäden am dortigen Mauerwerk mit Mörtel ausgebessert haben, um wirklich alles dauerhaft & sicher verankern zu können.
Ein schöner Ausblick auf die Kirche der Lübbenauer Altstadt, in welcher wir ebenfalls schon einige Nistkästen für andere Arten installiert haben. Dazu gehören z.B. Dohlen, eine faszinierende & wunderschöne, gleichzeitig intelligente Vogelart, die meiner Meinung nach auch als eine der Zielarten für den Nistkasten im Biosphärenreservat zu erwarten ist. Dazu solltet ihr ggf. mal die unten angehangenen Videos anschauen ;)
Der erste Teil ist erledigt & sitzt perfekt. Die 4cm starken Schalbretter halten wohl die nächsten 100 Jahre an dieser Stelle & fügen sich gut in das historische Bild dieses schönen Gebäudes ein.
Nach knapp 5 Stunden wird alles in einem ersten Versuch zusammengefügt & aufgebahrt & es sieht so aus, als ob es passen würde. Nun müssen wir überlegen, wie wir die einzelnen Teile zug-
& lichtdicht verbinden können, um zum einen im Kasten möglichst hohe Dunkelheit zu erhalten & zum anderen, keinen Luftdurchzug zu erzeugen. Beides wären Einschränkungen, die nicht günstig
für die Besiedlung des Quartiers wären.
Zu unserem eigenen Erstaunen hat am Ende wirklich alles fabelhaft zusammengepasst :-)
Links auf dem Foto seht Ihr den Tunnel der nach draußen führt, rechts sieht man den Kasten, der mit 1m Breite & 60cm Höhe wirklich groß & geräumig, aber gleichzeitig auch sehr schwer ist. Die Moosgummibänder am Tunnel quillen nach dem Einbau noch auf & dichten damit die Übergänge & Fugen dauerhaft ab.
Der obligatorische Blick von Innen. Das ist die Perspektive, die ein Turmfalke, eine Dohle oder Schleiereule hat, wenn diese aus ihrem Kasten schaut. Die Sicht fällt dabei Richtung Südost, also in Blickrichtung des Lübbenauer Schlosses, bzw. dem Schlosspark & Lehde.
Die Exponierung des Gebäudes & die große Höhe in welcher der Kasten eingebaut wurde, sind Garanten für einen Besatz mit einer Art & lassen schon jetzt alle Nutzer der installierten
Webcam, neugierig & gespannt auf neue Alarmmeldungen der Kamera hoffen, denn diese löst nur aus, wenn sich wirklich etwas im Kasten bewegt.
Egal welche Art sich hier einstellen wird, die Aufnahmen die eine Nestkamera liefert, sind immer etwas besonderes. Ich habe weitere Nistkästen mit diesen vollkommen störungsfreien
Beobachtungsgeräten ausgestattet & schaue mir jeden Tag das Brutgeschehen von Wiedehopf, Turmfalken & Schleiereulen an. Jede Art für sich hat besondere Verhaltensweisen & genau das
macht die Beobachtungen auch so aufregend.
Wir versuchen auch Euch zeitnah den Einblick in diesen Kasten durch einen Live-Stream zu ermöglichen & an diesen Erlebnissen zu lassen. ;)
Diese Umsetzung ist jedoch etwas aufwendiger & bedarf noch ein klein wenig Zeit. Wenn die Installation erfolgt ist, gebe ich Euch auch hier auf unserer Homepage Bescheid.
Alles ist verschraubt & miteinander verbunden. Der Kasten hängt so fest an dem Sparren, dass man im Prinzip darauf tanzen könnte.
Nirgends zieht es, alles passt. Nach knapp 10 Stunden Arbeit, die man zugegebenermaßen glaube kaum sieht, sind zumindest wir zufrieden & hoffen, dass die Aktion auch einen positiven Effekt
hat & als Brutplatz für einen der zuvor genannten Gebäudebrüter dienen wird.
Der Blick von außen ist unauffällig & lässt das große Anhängsel dahinter nicht erahnen. Wir werden sehen, ob eine der möglichen Brutvogelarten das Quartiert auch nutzen wird, denn gefunden haben sie es relativ schnell, wie Ihr in den nachfolgenden Videos sehen könnt.
Ziel ist es, einen dauerhaften Live-Stream auf der Homepage des Biosphärenreservates einzurichten, damit alle Besucher der Website jederzeit Einblick in den Kasten haben können & die Gelegenheit haben mit zu beobachten, wie Falken, Dohlen oder Eulen ihre Jungen großziehen.
Die erste Auslösung, welche die bereits im Kasten verbaute Kamera aufnahm, war genau die Art, welche im Umfeld bereits Brutvogel seit einigen Jahren ist & ohne Probleme von der Kirche den neuen Einflug visuell wahrnehmen konnte. Eine Dohle ist erstmalig den Kasten inspizieren.
Der gleiche Vogel wie im vorherigen Video kurze Zeit später...er macht es ziemlich geheimnisvoll & schielt nur ein ganz klein wenig um die Ecke in den Brutinnenraum. Für dieses Jahr wird diese Art hier nicht mehr brüten, denn Dohlen beginnen in unserer Region Ende März, Anfang April mit ihrer Jahresbrut & haben aktuell in Lübben bereits Junge im Nest. Die Tiere haben aber ein hervorragendes Gedächtnis & werden im kommenden Jahr zur richtigen Zeit auf jeden Fall wieder im Kasten auftauchen. ;)
Ein ungewöhnlicher Gast löste am 8. Mai die Kamera aus. Bei kaltem & trübem Wetter fand sich ein Mauersegler im Kasten ein & suchte womöglich Schutz vor den für diese Art ungünstigen
Witterungsbedingungen. Das augenscheinlich plumpe Verhalten des Tieres täuscht. Mauersegler sind an ein Leben in engen & steilen Nischen & Löchern angepasst & können extrem gut
klettern. Das Herunterfallen schadet den robusten Tieren nicht. So unbeholfen sie am Boden oder wie hier, in diesem Kasten wirken, so wendig, agil & elegant sind diese Tiere im
Luftraum.
Am 6.5.2026 haben wir viele Mauerseglerkästen in Luckau in einer schönen Gemeinschaftsaktion in Luckau installiert. Mehr zu dieser Aktion folgt bald in einem weiteren Bericht auf unserer
Homepage.
Danke für Euer Interesse.
Alle Texte & Fotos © Sebastian Fuchs












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